Studie auf dem Winterberg will Dranginkontinenz besser verstehen

Pressemitteilung /

Zum Internationalen Inkontinenztag informieren wir über ein oft tabuisiertes Thema.

Den Internationalen Inkontinenz-Tag am 30. Juni möchten wir nutzen, um über das Tabuthema aufzuklären. Denn: Inkontinenz ist KEIN TABU.

Inkontinenz betrifft viele Frauen und bleibt dennoch oft tabuisiert. Rund 15 Prozent der Frauen über 20 Jahre leiden im Laufe ihres Lebens darunter. Die Beschwerden wirken sich spürbar auf den Alltag aus. Schon Niesen, Springen oder Joggen können Probleme bereiten; auch Freizeitwege werden teils nach der Verfügbarkeit von Toiletten geplant. 

Das Klinikum Saarbrücken registrierte bereits im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Behandlungen. Die Zahl der operativen Eingriffe in diesem Bereich hatte sich zum damaligen Zeitpunkt innerhalb von drei Jahren verfünffacht. 

Expertise in der Urogynäkologie

In der urogynäkologischen Spezialsprechstunde erfolgt eine gezielte Abklärung der Beschwerden. Dabei werden Krankengeschichte, Symptome und mögliche Ursachen erfasst, um zwischen Inkontinenz und Senkung zu unterscheiden; eine urodynamische Messung zeigt zusätzlich den Schweregrad. Unterschieden wird vor allem zwischen Drang- und Belastungsinkontinenz. Häufig treten auch Mischformen auf, je nach Ursache kommen unter anderem Training, Elektrotherapie, Medikamente oder operative Verfahren infrage. 

Neue Studie zu Dranginkontinenz

Für Patientinnen, die unter Dranginkontinenz leiden, startet unsere Oberärztin der Frauenklinik, Prof. Dr. Carolin Spüntrup, demnächst eine Studie, um mögliche Auslöser besser zu verstehen und Muster zu erkennen.

Denn viele Frauen leben oft jahrelang mit Dranginkontinenz – ohne einen Ausweg zu kennen.  Was genau bedeutet Dranginkontinenz? Die Blase meldet plötzlich und heftig „Ich muss sofort!“, obwohl kaum Urin vorhanden ist. Ein „falscher Alarm“, der entsteht, weil die Blase überempfindlich reagiert oder Nerven Signale falsch weitergeben. Wichtig zu wissen: - Stressinkontinenz können wir heute operativ sehr gut behandeln. Auf dem Winterberg ist hierzu eine breite Expertise vorhanden.

Patientinnen können sich für die Studie anmelden

Die Studie ist besonders interessant für Patientinnen, bei denen herkömmliche Therapien nicht geholfen haben oder die beispielsweise die medikamentöse Therapie wegen der Nebenwirkungen nicht zu Ende führen konnten.  „Wir wollen verstehen, warum die Blase Alarm schlägt – und wie wir das gezielt behandeln können“, erklärt Prof. Dr. Carolin Spüntrup.

Kontakt für Patientinnen:
Urogynäkologische Sprechstunde der Frauenklinik, Tel. 0681 963 2237 oder per Mail frauenklinikthou-shalt-not-spamklinikum-saarbruecken.de. Ihre Daten werden notiert und sie werden kontaktiert.

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Eine Ärztin hält das Modell einer Blase in die Kamera, sie steht in einem Krankenhausflur und trägt einen weißen Kittel.
Prof. Dr. Carolin Spüntrup: "Wir wollen besser verstehen, warum die Blase scheinbar grundlos Alarm schlägt, und möchten auf Basis dieser Erkenntnisse gezieltere Therapien entwickeln."